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26. Oktober 2017, Frankfurt am Main

Öffentliche Tagung des Deutschen Ethikrates "Gene-Drive - Vererbungsturbo in Medizin und Landwirtschaft"

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 11:00 Uhr Festsaal des Ignatz Bubis-Gemeindezentrums Frankfurt a. M. Savignystraße 66 60325 Frankfurt a. M. (U4 Festhalle/Messe, U6, U7 Alte Oper, S1, S2, S3, S4, S5, S6, S8, S9 Frankfurt a. M. Taunusanlage)

Anmeldung erforderlich bis 15. Oktober 2017
unter http://www.ethikrat.org/veranstaltungen/weitere-veranstaltungen/anmeldung .

Einlass ab 9:45 Uhr. Bitte unbedingt gültigen Personalausweis oder Reisepass bereithalten!

Interessenten können die Veranstaltung per Audio-Livestream verfolgen
unter https://voicerepublic.com/talks/gene-drive  .

Für Hörgeschädigte stehen während der Veranstaltung eine Simultanmitschrift und für Hörgerät- oder CI-Träger bei Bedarf Induktionsschleifen zur Verfügung. Während der Veranstaltung werden Bild- und Tonaufnahmen angefertigt.

Mit Ihrer Teilnahme an der Tagung erklären Sie sich damit einverstanden, dass der Veranstalter die Aufnahmen unwiderruflich, zeitlich und räumlich uneingeschränkt in allen Publikationen und Medien der Öffentlichkeitsarbeit verwenden kann, solange der Bezug zur Tagung hergestellt ist.

Diskutieren Sie mit unter #GeneDrive Zum Thema Gene-Drives sind molekularbiologische Mechanismen, die für die beschleunigte Verbreitung eines genetischen Merkmals innerhalb einer Art sorgen.

Neue Techniken der sogenannten Genom-Editierung wie CRISPR-Cas9, die besonders präzise und effiziente Eingriffe in das Erbgut erlauben, ermöglichen aktuell erstmals die biotechnologische Entwicklung und Anwendung von Gene-Drives. Das Ziel ist, gentechnische Veränderungen schnell in freier Wildbahn zu verbreiten und so den Genpool von Populationen zu beeinflussen.

Da sich mithilfe von Gene-Drives auch Merkmale verbreiten lassen, die zu verminderter Fruchtbarkeit führen, kann die Technologie auch zur Dezimierung von Populationen eingesetzt werden - theoretisch bis hin zur Ausrottung ganzer Arten.

Wegen ihrer raschen Generationenfolge sind es derzeit vorwiegend Insekten, an denen Eingriffe mit Gene-Drive-Systemen erforscht werden. Eine ganze Reihe von Projekten zielt auf die Bekämpfung von Insekten ab, die gesundheitliche oder landwirtschaftliche Schäden verursachen. Beispielsweise sollen mit Gene-Drives Populationen von Mücken kontrolliert werden, die Krankheiten wie Malaria übertragen.

Untersucht werden sowohl die radikale Möglichkeit, die den Malaria-Erreger übertragende Mückenart regional (oder sogar global) auszulöschen, als auch gentechnische Veränderungen, die die Weiterentwicklung des Erregers in der Mücke unterbinden und damit letztlich seine Übertragung auf den Menschen verhindern.

Den mit Anwendungen von Gene-Drive-Systemen verbundenen Chancen stehen allerdings schwer überschaubare ökologische Risiken sowie rechtliche und ethische Bedenken gegenüber. Mit seiner Veranstaltung möchte der Ethikrat daher einen Anstoß geben, über Fragen wie die folgenden zu diskutieren: • Welche Sicherungsmechanismen sind erforderlich, damit die Freisetzung mittels Gene-Drive veränderter Organismen keine schädlichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hat? • Dürfen Versuche mit Gene-Drives allein aufgrund nationaler Regelungen durchgeführt werden, oder braucht es hierfür aufgrund der grenzüberschreitenden Auswirkungen internationale Vereinbarungen? • Rechtfertigt die Bekämpfung von Hunger und Infektionskrankheiten die gezielte Ausrottung ganzer Arten?

Programm 11:00 Begrüßung Peter Dabrock · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates 11:10 Biologische Grundlagen und medizinische Anwendungspotenziale von Gene-Drives Nikolai Windbichler · Imperial College London, England 11:40 Landwirtschaftliche Anwendungspotenziale von Gene-Drives Marc F. Schetelig · Justus-Liebig-Universität Gießen/Fraunhofer IME, Gießen Moderation: Ursula Klingmüller · Mitglied des Deutschen Ethikrates 12:10 Technikfolgenabschätzung Arnim von Gleich · Universität Bremen 12:30 Zum Verhältnis von Genome-Editing und Öffentlichkeit Julia Diekämper · Museum für Naturkunde Berlin Moderation: Sigrid Graumann · Mitglied des Deutschen Ethikrates 13:00 Diskussion 13:30 Mittagspause 14:30 Ethische Perspektive Uta Eser · Büro für Umweltethik, Tübingen 15:00 Ökonomische Aspekte des Einsatzes von Gene-Drive Justus H. H. Wesseler · Wageningen University & Research, Niederlande 15:30 Rechtswissenschaftliche Perspektive Silja Vöneky · Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Moderation: Carl Friedrich Gethmann · Mitglied des Deutschen Ethikrates 16:00 Diskussion 16:30 Kaffeepause 17:00 Podiumsdiskussion Wie sollte eine angemessene Governance-Strategie für Gene-Drives aussehen? Katja Becker · Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn Mathieu Bangert · World Health Organization, Genf, Schweiz Christoph Then · Testbiotech e.V., München Joachim Schiemann · Julius Kühn-Institut, Quedlinburg Moderation: Steffen Augsberg · Mitglied des Deutschen Ethikrates 18:15 Schlusswort Peter Dabrock · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates