IDEM - Informations- und Dokumentationsstelle Ethik in der Medizin
| DetailansichtDetailansicht |
IDEM > Aktuell >

Deadline: 15. Juli 2022; 17.-18.11.2022 (Universität Bremen)

Call: Ethische Theorien für KI in der Medizin

WORKSHOP

Ethische Theorien für KI in der Medizin

Zeit: 17.-18.11.2022
Ort: Universität Bremen

Veranstaltung im Rahmen des BMBF-Projektes "Verantwortungsvoller Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Medizin", kurz: VUKIM

Die derzeitige Diskussion zur Bestimmung der normativen Grundlagen einer zukünftigen Ethik der Künstlichen Intelligenz (KI) ist von zwei Meinungslagern bestimmt. Während die eine Gruppe behauptet, den passenden Ansatz (Konsquentialismus, Deontologie, Tugendethik) oder einer Kombination dieser Ansätze zur Begründung einer KI Ethik finden zu müssen, ist eine andere Gruppe der Auffassung, dass jede Operationalisierbarkeit einer oder aller ethischen Theorien für konkrete Anwendungsfragen (z.B. im Gesundheitswesen) zum Scheitern verurteilt ist. Jüngere Arbeiten zeigen jedoch, dass es nicht aussichtslos ist, ethische Theorien, z.B. in Form der Prinzipienethik von Beauchamp und Childress, für das verantwortungsvolle Design von KI-Systemen in Anschlag zu bringen (vgl. Meier et al. 2022). Der Workshop geht in diesem Zusammenhang folgenden Fragen nach: Was kann der generelle theoretische und normative Anspruch einer KI-Ethik sein? Welcher Zusammenhang besteht zwischen aktuell existierenden ethischen Richtlinien, die oft eine "vague and non-confrontational language" (Gordon & Nyholm 2021) nutzen, und den elaborierten "high theories" des Konsequentialismus, Deontology und Tugendethik? Stehen die drei Ethikmodelle unverrückbar in Konkurrenz zueinander oder lässt sich in Bezug auf die Klärung normativer Fragen im Bereich von KI auch ein entspanntes, ggf. arbeitsteiliges Verhältnis der drei Begründungsparadigmen denken? In Bezug auf den Einsatz in der Medizin: Inwieweit lassen sich erfolgreiche Erfahrungen mit einem guten Zusammenspiel von theoretischer Reflexion und praktischer Anwendung in der Bioethik auf eine künftige KI-Ethik übertragen? Inwieweit sind hohe ethische Theorien dazu fähig, bei der Entwicklung und Implementierung von Ethikkodizes mitzuwirken? Welcher besonderen Rolle könnte hier der Tugendethik zukommen? Etc.

Neben Vorträgen von gezielt angefragten Expertinnen und Experten sollen zum Workshop vor allem junge und erfahrene Forschende zu Wort kommen. Bitte reichen Sie dazu an haehnel@uni-bremen.de bis zum 15. Juli 2022 Ihre auf einen Umfang von 200 bis 300 Wörtern zu begrenzenden Abstracts ein, welche Titel des Beitrages, Ihren Namen und Ihre universitäre Affiliation enthalten sollen. Eingereichte Vorschläge erhalten bis zum 1. September 2022 eine Benachrichtigung über Annahme oder Ablehnung. Nach dem Workshop sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich eingeladen, ihre Workshopbeiträge für eine Veröffentlichung in der zweisprachigen Springer-Zeitschrift "Zeitschrift für Ethik und Moralphilosophie (ZEMO) / Journal for Ethics and Moral Philosophy" (www.springer.com/journal/42048) aufzubereiten. Alle Manuskripte durchlaufen dabei das übliche doppelblinde Peer-Review-Verfahren gemäß den ZEMO-Richtlinien.