IDEM - Informations- und Dokumentationsstelle Ethik in der Medizin
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29. September 2018, Mannheim

15. Mannheimer Ethik-Symposium "Grenzen - Entgrenzung und die Erweiterung von Welt. Ethik als Orientierung und Überlebensstrategie in einer destabilisierten Welt? Herausforderung für Medizin, Natur- und Geisteswissenschaften, Gesellschaft und Politik Next Europe - in Search of its Narrative*"

Samstag, 29. September 2018, 9.30 Uhr Universität Mannheim, Schloss Ostflügel, Hörsaal SN 163 Tagungsleitung: Prof. Dr. H. A. Kick

Ethik ist die Wissenschaft, die zeigen soll, wo Grenzen sind, wie sie zu begründen sind und wo solche zu setzen sind. Sie stellt Orientierungswissen zur Verfügung für das Erkennen, Respektieren und Umsetzen von Werten, die dem Leben dienen. Von Paul Tillich stammt das Wort: "Die Grenze ist der eigentliche Ort der Erfahrung." Damit ist etwas sehr Elementares gesagt, dass nämlich mit der Grenze nicht alles aufhört, sondern Neues gelingen kann.

Wer die Grenze nicht wahrnimmt und respektiert, wird die notwendige Erfahrung im Umgang mit ihr und das Bewusstwerden der mit ihr gegebenen Aufgabenstellung hin zum Neuen verfehlen. Dies gilt auf der Ebene des Ringens um Begriffe und Definitionen, das gilt für Fragen der Reichweite von Modellen in den Naturwissenschaften, das gilt für die politische Auseinandersetzung um universalistische oder partikularistische Prioritätensetzung.

Weder Verleugnung noch gar gewalttätiges Übertreten von Grenzen führt zusammen: Nicht Entgrenzung, sondern Klärung und Überbrückung von Grenzen im Dialog, so lautet die humane Herausforderung. Dieser Dialog muss in Freiheit geschehen, darf nicht unter die Vorzeichen von Gewalt geraten. Dies geht nur, so Romano Guardini, wenn beide Gesprächspartner voraussetzen: Es steht etwas über uns, die Wahrheit. Wenn dieses nicht möglich ist, dann bleibt nur die Offenlegung der Unterschiede, ja, der Kampf (K. Jaspers).

Das Thema lebensdienlicher Erfassung und Überwindung von Grenzen als Ausgangspunkt wissenschaftlichen, künstlerischen und politischen Schaffens, wird im Rahmen des Symposiums von den klassischen Fakultäts-Disziplinen der Universität aufgegriffen werden. Diese Positionierungen sollen im interdisziplinären Diskurs zum Transfer anregen und so zu innovativen Synthesen beitragen. Das gilt für Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und die Künste im Spannungsfeld von Verortung und Überschreitung gleichermaßen. Wenn es uns im Rahmen des Symposiums gelingt, diesen notwendigen Diskurs um Grenzen voranzubringen, wird dieser zum Ausdruck situativer Ethik und zugleich einer Erweiterung von Welt, kurzum zu einem Teil einer Überlebensstrategie in einer destabilisierten und sich im Umbruch befindlichen Welt.

Für Ärzte und Psychotherapeuten: Die Veranstaltung ist von der Landesärztekammer Baden-Württemberg mit 6 Punkten zertifiziert. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter: http://www.institut-iepg.de/index.php?article_id=26&clang=0