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28. Januar 2019, Dresden

Nachdenken über den Tod - Eine philosophische Einführung

28.Januar 2019, 09:00 bis 16:30 Uhr
Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit, Dresden

Der gute Umgang mit sterbenden Patienten und dem Tod ist eine zentrale Aufgabe für Ärzte, Pflegende, Psychologen und Seelsorger. Was aber ist der Tod? Und was bedeutet es für uns sterblich zu sein? In diesem Einführungskurs werden wir uns dem Phänomen Tod aus Sicht der ältesten Wissenschaft nähern: Der Philosophie.

Dabei wollen wir grundlegende Unterscheidungen aufzeigen, die dabei helfen können, Konfliktfelder in anderen Bereichen - insbesondere in der Medizin - besser zu verstehen und zu bewältigen. Im Kurs werden wir uns mit zwei Perspektiven auf den Tod beschäftigen. Im ersten Teil gehen wir auf die Debatte zwischen Materialisten und Nicht-Materialisten ein. Ist es mit uns wirklich aus, wenn wir tot sind, weil wir als Lebewesen nur aus Materie bestehen? Oder sind wir mehr als das? Um unsere Gedanken zu schärfen, setzen wir uns mit Ideen von Platon, Aristoteles, René Descartes und Immanuel Kant auseinander.

Anschließend überlegen wir, inwiefern die besprochenen Theorien über Leben und Tod für die medizinische Praxis relevant sind. Zu diesem Zweck können wir auf die Stellungnahme des Deutschen Ethikrats zu Hirntod und Entscheidung zur Organspende eingehen.

Im zweiten Teil des Kurses geht es darum, was es für den einzelnen Menschen bedeutet, ein Lebewesen zu sein, das sterben wird. Diese Frage wurde insbesondere in der existentialistischen Philosophie von Martin Heidegger und Jean-Paul Sartre sowie ihren Vorgängern untersucht, aber auch von Schriftstellern wie Leo Tolstoi.

Die Erkenntnisse dieser Denker formen bis heute die Art und Weise, in der wir mit dem eigenen Tod und dem Tod anderer umgehen. Damit helfen sie uns zu verstehen, was es für einen Patienten im 21. Jahrhundert bedeutet zu sterben und wie man als Mitarbeiter eines multiprofessionellen Teams gut mit Sterbenden umgehen kann.

Lernziele · Verstehen ausgewählter antiker und moderner philosophischer Positionen über Tod und Leben · Verstehen der begrifflichen Entwicklung vom antiken "Lebensprinzip" über das "Erlebnisprinzip" in der modernen Philosophie bis hin zu Bewusstseinskonzeptionen in den Kognitions- und Neurowissenschaften · Verstehen ausgewählter philosophischer Positionen über die Bedeutung der eigenen Sterblichkeit · Anwendung philosophischer Unterscheidungen und Argumente auf Probleme in der medizinischen Praxis · Vertiefung des persönlichen und professionellen Nachdenkens über Tod, Sterben und Leben · Stärkung der Kommunikationsfähigkeit über Tod und Sterben im Kontakt mit Patienten, Angehörigen und Kollegen

Seminarleitung Dr. phil. Christiane Stüber, Dozentin für Philosophie und Angewandte Ethik E-Mail: info(at)christiane-stueber.de 

Zielgruppe Unser Seminar richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Multiprofessionellen Teams (Ärzte, Pflegende, Sozialpädagogen, Psychologen, Therapeuten, Seelsorger) sowie alle Interessierten. für weitere Informationen, wie z. B. Programm, Veranstaltungsort und Gebühr folgen Sie bitte diesem Link: https://www.palliativakademie-dresden.de/Flyer_Nachdenken_Tod_Philos_neu.pdf