IDEM - Informations- und Dokumentationsstelle Ethik in der Medizin
| DetailansichtDetailansicht |
IDEM > Aktuell >

27. - 29. März 2017, Schmitten-Arnoldshain

Call for Papers für den 16. Workshop Ethik Verstehen - Vermitteln - Verantworten Zur Hermeneutik ethischer Situationen

Ort: Martin-Niemöller-Haus, Schmitten-Arnoldshain

Der Workshop Ethik ist ein metaethisches Diskussionsforum, das sich vor allem an Nachwuchswissenschaftler/innen richtet. Auf dem 16. Workshop Ethik wollen wir uns mit der "Hermeneutik ethischer Situationen" befassen. Wie wird man einer ethischen Situation mit ihren verschiedenen moralisch relevanten Merkmalen gerecht? Das moralisch Angemessene im Hinblick auf eine konkrete Situation zu erwägen, ist nicht nur eine Herausforderung unseres Alltags. Vielmehr stellt sich auch innerhalb der Moralphilosophie und der Moraltheologie die zentrale Frage, wie Prinzipien oder allgemeine normative Gesichtspunkte zu spezifizieren und mit einer konkreten Situation zu vermitteln sind. Diese Frage kann in unterschiedlichen Formen diskutiert werden:

(1) Es wird grundsätzlich nach der Funktion und dem Wert moralischer Prinzipien für die konkrete Handlungsbegründung und ?orientierung gefragt. Dies entspricht der Auseinandersetzung mit der "Situationsethik" oder der v.a. im englischsprachigen Raum geführten Generalismus-Partikularismus-Debatte: Soll Prinzipien die normative Priorität zugewiesen werden oder der konkreten Situation bzw. dem auf diese Situation bezogenen Urteil (wobei allgemeine Prinzipien abgelehnt oder nur als Orientierungshilfe angesehen werden)?

(2) Das Vermittlungsproblem kann aber auch als Frage der moralischen Epistemologie behandelt werden: Gibt es ein spezielles kognitives Vermögen, etwa eine besondere moralische Hermeneutik oder die phronesis, die sensibel ist für die moralisch relevanten Züge einer Situation? Welchen Erkenntniswert haben Erfahrungen für das Verstehen der Situation und deren Kontext sowie für daraus resultierende moralische Beurteilungen?

(3) Schließlich werden mit der obigen Frage auch das Selbstverständnis und die Methoden der angewandten Ethik berührt: Wie muss hier die Anwendungsmetapher verstanden werden? Welche Rolle spielen Einzelfälle für die Formulierung allgemeiner Prinzipien? Inwiefern können sog. Prinzipien mittlerer Reichweite hilfreich sein? Welche Bedeutung haben interdisziplinäre Arbeitsweisen für die angewandte Ethik? Welche philosophiehistorischen Modelle lassen sich heranziehen, um die angewandte Ethik im Gefüge der Praktischen Philosophie zu verorten?

Am 16. Workshop Ethik werden mit PD Dr. Andreas Vieth, Prof. Dr. Peter Dabrock und Prof. Dr. Corinna Mieth ausgewiesene Experten teilnehmen. Alle weiteren Vorträge werden von den Teilnehmern/innen übernommen.

Für jeden Vortrag sind 20 Minuten mit anschließender 40-minütiger Diskussion vorgesehen.

Wir laden Sie herzlich ein, sich mit einem Abstract für einen Vortrag auf dem 16. Workshop Ethik zu bewerben. Bitte schicken Sie den Abstract (max. 3500 Zeichen inkl. Leerzeichen) samt Titel, Name und Anschrift bis zum 1.1.2017 an: cfp(at)workshop-ethik.de .

Vortragende zahlen keine Tagungsgebühr und erhalten eine Fahrtkostenerstattung. Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind, ohne einen Vortrag halten zu wollen, senden Sie uns bitte eine Nachricht, damit wir Ihnen das Tagungsprogramm zuschicken können. Weitere Informationen: http://www.workshop-ethik.de/