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25. - 26. Januar 2019, Wien (A)

Call for Abstracts (01.11.2018) 20. Workshop des Arbeitskreises "Medizin und Theologie" zum Thema "Digitalisierung in der Medizin: Stand der Technik, Partizipation und geteilte Verantwortung"

Ort: Institut für Ethik und Recht in der Medizin, Universität Wien
Zeit: Freitag/Samstag, 25./26. Januar 2019
Wissenschaftlicher Tagungsbeirat: Reiner Anselm, Julia Inthorn, Lukas Kaelin, Ulrich Körtner

Die Digitalisierung vieler Prozesse in der Medizin und im Gesundheitssystem schreitet voran: Ohne Gesundheitskarte keine Behandlung beim niedergelassenen Arzt, die Visite findet oftmals nur noch mit E-Tablets statt, für Behandlungsentscheidungen im Tumorboard stehen neben Videokonferenzen große Datenbanken zur Verfügung, die den Einzelfall in Korrelation zu dem aktuell verfügbaren Wissen setzen. Vergleichbar mit der Ökonomie, ist die IT zu einem weiteren Akteur in Gesundheits- und Behandlungsentscheidungen geworden.

Die IT verspricht Unterstützung, Entlastung und Transparenz, in dem in kürzester Zeit alle relevanten Daten zur Verfügung stehen. Datenschützer und Gesundheitspolitiker signalisieren Mitbestimmungsmöglichkeiten, wo und wie welche Daten zur Verfügungen stehen sollen - mitunter verbunden mit dem Hinweis, sich weniger Gedanken zu machen vor zu viel als vor zu wenig Daten in Behandlungsprozessen.

Die Angst vor dem gläsernen Patienten steht der Herausforderung, Informationen aus einer großen Datenmenge individuell nutzbar zu machen, gegenüber. Selbstlernende Systeme und algorithmisierte Formen der Datenverarbeitung werfen neue Fragen der Verantwortung und Qualität der Krankenversorgung im Verhältnis von Medizin und Pflege zur Technik auf.

Welche Rolle dabei ökonomische Gesichtspunkte spielen, und ob Tendenzen der Ökonomisierung verstärkt werden, ist in diesem Zusammenhang zu diskutieren. Die Reflexion über Digitalisierung umfasst dabei neben Aspekten des konkreten Einsatzes von Technik auch Aspekte der Technikentwicklung und deren partizipativer Gestaltung, in der sowohl die Perspektive von Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal als auch betroffener Patientinnen und Patienten berücksichtigt werden können.

Beim 20. Treffen des AK Medizin und Theologie sollen in Beiträgen aus verschiedenen Disziplinen, insbesondere aus unterschiedlichen ethischen Perspektiven, Analysen, Konzepte und weiterführende Perspektiven diskutiert werden - ausgehend vom aktuellen Stand der Technik, bis hin zu Fragen und Lösungsansätzen, wie Partizipation, Verantwortung und Kontrolle wahrgenommen und gestaltet werden können. Der AK bietet einen Raum, gerade auch um Ideen auszuprobieren.

Der AK Medizin und Theologie lädt NachwuchswissenschaftlerInnen aus den Disziplinen Medizin und Theologie sowie Philosophie/Ethik, Sozialwissenschaften und angrenzenden Disziplinen ein, ein Abstract in diesem Themenbereich bis zum 01. November 2018 einzureichen.

Ziel des AK Medizin und Theologie ist es, zu dem gewählten thematischen Schwerpunkt aktuelle Forschungs- und Qualifizierungsarbeiten und Vorhaben einem kleinen Kreis vorzustellen und kollegiales Feedback zu erhalten.

Kostenübernahmen: Wir können für die zum Vortrag eingeladenen TeilnehmerInnen die Fahrt- und Übernachtungskosten (hierfür wird eine begrenzte Anzahl Hotelzimmer in Wien reserviert) übernehmen. Für alle anderen interessierten TeilnehmerInnen (bitte ein kurzes Motivationsschreiben mit Arbeitsgebiet/Fokus - begrenzte Plätze!) ist die Teilnahme kostenlos, entsprechende Fahrt- und Übernachtungskosten müssen jedoch selbst getragen und organisiert werden.

Abstracts und Motivationsschreiben sind zu senden an: Stefan Dinges Institut für Ethik und Recht in der Medizin Spitalgasse 2-4, Hof 2.8 A-1090 Wien e-mail: stefan.dinges(at)univie.ac.at 


gedruckt am  21.06.2018