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22. Juni 2017, Osnabrück

Workshop: "Was kann/darf Technik (nicht)? - Pflege im Horizont neuer Technologien"

am Institut für Gesundheitsforschung und Bildung an der Universität Osnabrück, Fakultät für Humanwissenschaften, Abteilung Pflegewissenschaft.

Vernetzte intelligente Technologien sind zunehmend Bestandteil zeitgenössischer Pflegeumgebungen. Während Assistenzrobotik, Augmented Reality und Wearables noch vielfach im Prototypstatus auf ihre Markteinführung warten, sind das Krankenhausinformationssystem, digitale Pflegedokumentationssysteme sowie digitale und vernetzte Instrumente etwa zur Messung von Vitalparametern inzwischen in vielen Häusern alltäglich verwendete Artefakte.

Dieser Workshop fragt nun, inwiefern diese Technologien sich auswirken auf das individuelle Erleben im Kontext pflegerischer Versorgung. Zur Diskussion stehen hier mögliche Folgen für die Formen und Vermittlung professioneller Wissensbestände; Folgen für Rollenverständnisse in pflegebezogenen Beziehungen; sowie Folgen für subjektive Erfahrungsweisen von Pflegekräften und Gepflegten. Notwendig geworden sind grundsätzliche Verständigungen darüber, ob es pflegerelevante Wissensformen gibt, die auch angesichts neuer Technologien wie neuronaler Netze und genetischer Algorithmen nicht maschinell zu erfassen und zu verarbeiten sind.

Klärungsbedürftig ist auch, ob lernende Systeme sogar eine stärkere Orientierung an das subjektive Krankheitserleben als personenbezogene Wahrnehmungen erlauben. Zugespitzt lässt sich fragen, welcher Stellenwert dem Erfahrungswissen in der professionellen Pflege vor dem Hintergrund von Big Data und Data Mining noch beizumessen ist und welche Potenziale die Quantifizierung qualitativer Daten zum Beispiel in der Emotionserkennung für die Aufwertung der Pflegearbeit bietet.

Die Beiträge des Workshops sind daher in einen inhaltlichen Dreischritt einzugliedern, der versucht, sich gleichermaßen dem beruflichen Selbstverständnis, den pflegerischen Beziehungen und den individuellen Leiberfahrungen anzunähern. Gegenwärtig ist festzustellen, dass innerhalb der deutschsprachigen Pflegewissenschaft nur wenig fachlicher Austausch zu drängenden Fragen auf dem Feld von Pflege und Technik stattfindet.

Daher sind Teilnehmende des Workshops eingeladen, aus Ihren Dissertations- und/oder Forschungsprojekten zu berichten und theoretische Reflektionen zu den oben genannten Themen zur Diskussion zur stellen.

Mit diesem interdisziplinären Workshop soll nicht nur die Vernetzung interessierter Nachwuchswissenschaftler_innen gefördert, sondern auch eine Verständigung über pflegewissenschaftlich relevante Positionen im Kontext des technologischen Wandels ermöglicht werden.

Der Workshop findet am 22. Juni 2017 in der Zeit von 11-18 Uhr in den Räumlichkeiten der Universität Osnabrück statt. Bitte senden Sie eine Vortragsskizze für Ihren 15-minütigen Impulsvortrag im Umfang von max. 1 Seite bis zum 01. Mai 2017 an fg.pflegewissenschaft(at)uni-osnabrueck.de .

Bis 12. Mai 2017 erhalten Sie eine Rückmeldung über die Teilnahme. Anschließend werden die Skizzen zur Vorbereitung des Workshops an alle Teilnehmenden gesendet.

Fahrtkosten von bis zu 100,- € werden unter Vorbehalt der Bewilligung erstattet.

Organisation: Hanna Wüller (hanna.wueller(at)uni-osnabrueck.de )
Anne Koppenburger (anne.koppenburger(at)uni-osnabrueck.de )
Marcus Garthaus (marcus.garthaus(at)uni-osnabrueck.de )
Roland Simon (roland.simon(at)uni-osnabrueck.de )