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18. Februar 2020, Frankfurt a. M.

VORTRAGSREIHE: AKTUELLE MEDIZINETHISCHE KONTROVERSEN "Sterbehilfe: Ethische Streitpunkte und aktuelle Entwicklungen"

Termin: Zeit: Dienstag, 18. Februar 2020, 18.30 - 20.15 Uhr
Ort: Ort: Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, 60311 Frankfurt

Referent: Prof. Dr. phil. Alfred Simon, Geschäftsführer der Akademie für Ethik in der Medizin e.V., Göttingen Moderation: Dr. Kurt W. Schmidt, Evangelische Akademie Frankfurt ACHTUNG: Der Vortrag wird zusätzlich via Streamingdienst übertragen.

Falls Sie nicht an der Veranstaltung vor Ort teilnehmen können, haben Sie somit die Möglichkeit, den Vortrag per Streamingdienst zu verfolgen. Gehen Sie dazu auf den Veranstaltungshinweis auf der Webseite der Evangelischen Akademie Frankfurt: https://www.evangelische-akademie.de/kalender/sterbehilfe/ 

Bitte beachten: Über den Streamingdienst wird nur der Vortrag live übertragen, jedoch nicht die anschließende Aussprache und Diskussion !

Zum Inhalt der Veranstaltung Ende Februar wird das Bundesverfassungsgericht über die Klagen einzelner Ärzte, Patienten und Sterbehilfe-Vereinen entscheiden. Die Veranstaltung nimmt dies zum Anlass, die Entwicklung der sogenannten "Sterbehilfe-Debatte" in Deutschland in den letzten Jahrzehnten in Deutschland nachzuzeichnen und die zentralen ethischen Streitpunkte vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklung darzustellen.

Dabei wird auch die aktuelle Kontroverse um den Freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) aufgegriffen und die Frage erörtert, inwieweit dieser eine Alternative zum assistierten Suizid darstellt. Zum § 217 StGB Nach einer intensive Debatte im Deutschen Bundestag wurde im Dezember 2015 der neue Paragraf 217 StGB verabschiedet. Damit ist seit gut vier Jahren die "geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung" verboten. Bei Verstößen drohen bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe. Der Gesetzgeber wollte damit verhindern, dass Sterbehilfevereine ein Geschäftsmodell etablieren und gesellschaftsfähig werden. Dagegen hatten Vertreter der Vereine geklagt. Aber auch Palliativmediziner und andere Ärzte haben gegen diese strafrechliche Regelung Verfassungsbescherde erhoben, ebenso wie schwerkranke Patienten. Ärzte befürchten, dass sie sich nun bei der Behandlung todkranker Patienten strafbar machen könnten. Die beschwerdeführenden Ärzte stützen ihre Verfassungsbeschwerden auf eine Verletzung der Gewissens- und Berufsfreiheit. Für sie stellt der neue § 217 StGB nicht hinreichend sicher, dass eine im Einzelfall geleistete ärztliche Suizidhilfe straffrei bleibe. Nicht sicher zu beurteilen sei auch, ob § 217 StGB bislang straffreie Formen der Sterbehilfe (indirekte Sterbehilfe und Behandlungsabbruch) und der Palliativmedizin erfasse. § 217 StGB verhindere damit eine am Wohl des Patienten orientierte Behandlung. Kooperation Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Evangelischen Hoffnungsgemeinde Frankfurt und dem Zentrum für Ethik in der Medizin, Frankfurt/M. statt. Anmeldung Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Online-Anmeldung: https://www.evangelische-akademie.de/kalender/sterbehilfe/ 

Telefonische Anmeldung: Frau Claudia Mayer / Tagungsassistenz: (069) - 17 41 526 - 13 Information und Rückfragen: Dr. Kurt W. Schmidt Zentrum für Ethik in der Medizin am Agaplesion Markus Krankenhaus Wilhelm-Epstein-Str. 4 60431 Frankfurt/M. Tel.: (069) 9533-2555 Fax: (06171) 91 24 23 Email: ZEMmarkus@aol.com http://zem.ekhn.de