IDEM - Informations- und Dokumentationsstelle Ethik in der Medizin
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1. - 2. Februar 2018, Universität Witten/Herdecke

CALL Institutional Pathologies - What can we learn from severely malfunctioning economic and political organizations, institutions and networks?

  Im Mittelpunkt steht die Frage, wie weit sich Verständnisweisen von Krankheit/Störung/Gesundheit, die sich in der ärztlichen Heilkunst, der Medizintheorie und Psychotherapiewissenschaft mit Bezug auf lebendige Personen entwickelt haben, auf sozial organisierte, aktive und "lebendige" Gebilde übertragen lassen.

Können wir gravierende Dysfunktionen, wie sie in Organisationen (z.B. Krankenhäusern, Wirtschaftsunternehmen, politischen Parteien, Familiensystemen etc.) unter bestimmten Bedingungen auftreten und typische Miseren produzieren (z.B. ärztliche Entprofessionalisierung, hohe Krankheitsstände, chronische Korruption, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, hohe Inzidenz von Suchtstörungen und Suizidneigungen unter Heranwachsenden etc.) besser begreifen und besser mit ihnen umgehen, wenn wir solche Miseren in Analogie zu Symptomen und die zugrundliegenden Dysfunktionen in Analogie zu Krankheitsprozessen begreifen?

Versuche, die Perspektive der Pathologie auf Sozialgebilde zu erweitern, werfen komplexe ethische Fragen auf: Was wären hinreichend objektive normative Maßstäbe, um bestimmte Zustände von Sozialgebilden als miserabel (krankheitswertig) zu bewerten, ohne mit solchen "Diagnosen" bloß relative, gruppeneigene Auffassungen des guten Lebens auszudrücken?

Den vollständigen CfP und weitere Informationen finden Sie hier http://winir.org/?page=sponsorships&side=sponsored_symposia&sub=witten_conference_on_institutional_change_2018

Kontakt Prof. Dr.phil. Matthias Kettner kettner(at)uni-wh.de